Was plant die CDU für Startups und Existenzgründungen im Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg?
Beim Blick in das Wahlprogramm der CDU wird klar, dass Gründungen dort als zentraler Baustein für wirtschaftliche Dynamik, Innovation und Wohlstand gelten. Die CDU formuliert ausdrücklich das Ziel, Baden-Württemberg zum führenden Gründungs- und Innovationsstandort zu machen – mit einem starken Fokus auf Technologie, aber auch mit klaren Maßnahmen für klassische Existenzgründungen im Mittelstand und Handwerk.
Bei den Start-ups setzt die CDU im Wesentlichen auf drei große Hebel: Kapital, Transfer und Bürokratieabbau.
Erstens das Thema Finanzierung: Geplant ist ein Zukunftsfonds Baden-Württemberg, der über Eigenkapitalinstrumente insbesondere innovative Unternehmen sowie Start-ups und Scale-ups in der Wachstumsphase unterstützen soll. Gerade diese Phase ist ja oft kapitalintensiv und risikobehaftet. Ergänzend soll das Stiftungsrecht so angepasst werden, dass langfristige Investitionen in unternehmerische Zukunftsprojekte erleichtert werden. Außerdem sollen Gründerzentren an Hochschulen mit einer einheitlichen Pre-Seed-Finanzierung ausgestattet werden, um Ausgründungen systematisch von der Idee bis zur Marktreife zu begleiten.
Zweitens setzt die CDU stark auf Wissenschaftstransfer und Innovationsökosysteme. Hochschulen sollen Gründungen ausdrücklich als Kernaufgabe neben Forschung und Lehre verankern. Professorinnen und Professoren sollen leichter ausgründen können, geistiges Eigentum schneller übertragen werden. Geplant sind regionale Hightech-Cluster und Innovationsparks in Zukunftsfeldern wie Künstliche Intelligenz, Robotik, Quantentechnologie oder Life Sciences. Reallabore mit reduzierter Regulierung sollen helfen, neue Technologien schneller unter realen Bedingungen zu testen und zur Anwendung zu bringen.
Drittens spielt das Thema Bürokratie und Geschwindigkeit eine große Rolle: Unternehmensgründungen sollen vollständig digital innerhalb von 48 Stunden möglich sein. Vorgesehen sind ein Bürokratie-Moratorium für Gründerinnen und Gründer, One-Stop-Shop-Strukturen in der Verwaltung sowie Genehmigungsfiktionen, um Verfahren zu beschleunigen.
Gleichzeitig darf man nicht übersehen: Das Programm hat einen sehr starken Schwerpunkt auf klassischen Existenzgründungen. Handwerk, Meisterförderung, duale Ausbildung und Unternehmensnachfolge nehmen viel Raum ein. Die Meistergründungsprämie soll ausgeweitet werden, berufliche Bildungszentren sollen stärker als Kompetenzzentren für Existenzgründung fungieren, und Unternehmensnachfolgen sollen gezielt unterstützt werden. Auch hier geht es vor allem um Bürokratieabbau, digitale Verfahren und eine wirtschaftsfreundlichere Verwaltungskultur. Insgesamt lässt sich sagen: Der Ton des Programms ist klar mittelstands- und handwerksorientiert.
Aber die Start-up-Förderung ist nicht nur indirekt gedacht, sondern mit konkreten Instrumenten wie Fonds, Pre-Seed-Finanzierung, 48-Stunden-Gründung und Clusterpolitik durchaus sichtbar hinterlegt.
