Was plant die FDP für Startups und Existenzgründungen im Wahlprogramm zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg?
Wenn man sich das Wahlprogramm der FDP Baden-Württemberg anschaut, dann sieht man relativ klar: Es gibt einen starken Schwerpunkt auf technologieorientierte Start-ups – und einen eher indirekten Ansatz bei klassischen Existenzgründungen.
Im Bereich der Start-ups setzt die FDP vor allem auf Innovation, Wissenschaft und Kapital. Ziel ist es, Baden-Württemberg zu einem führenden Standort für forschungsnahe Ausgründungen zu machen. Universitäten sollen stärker als bisher Gründungszentren werden. Inkubatoren und Innovationszentren sollen ausgebaut und besser vernetzt werden, und Hochschulen sollen sich auch finanziell an Spin-offs beteiligen können. Ein wichtiger Punkt ist zudem der Ausbau von Wagniskapital – etwa durch staatlich kofinanzierte Beteiligungsmodelle und die Weiterentwicklung bestehender Programme wie „Junge Innovatoren“.
Hinzu kommt: Die FDP will Gründungsprozesse deutlich vereinfachen.
Wie die Grünen plant die FDP einen digitalen One-Stop-Shop, über den alle Behördengänge zentral abgewickelt werden können. Also weniger Papier, weniger Zuständigkeitswirrwarr, schnellere Verfahren. Außerdem soll Unternehmertum stärker im Bildungssystem verankert werden – sowohl an Schulen als auch an Hochschulen. Und es gibt Überlegungen, gezielt erfahrene Fachkräfte für eine spätere Gründung zu gewinnen. Insgesamt ist das klar auf wachstumsorientierte, technologiegetriebene Start-ups ausgerichtet – also auf Deep-Tech, KI, MedTech und ähnliche Felder.
Bei klassischen Existenzgründungen – etwa im Handwerk, im Dienstleistungsbereich oder bei kleineren gewerblichen Gründungen – verfolgt die FDP dagegen eher einen ordnungspolitischen Ansatz. Hier stehen weniger neue Förderprogramme im Vordergrund, sondern bessere Rahmenbedingungen. Das bedeutet vor allem Bürokratieabbau, vereinfachte Förderverfahren, weniger Meldepflichten für kleine Unternehmen und eine stärker digitalisierte Verwaltung. Auch Unternehmensnachfolgen werden ausdrücklich als wichtiger Bestandteil der Gründungspolitik gesehen – gerade mit Blick auf den demografischen Wandel.
Unterm Strich kann man sagen:
Die FDP setzt stark auf ein innovationsgetriebenes Gründungsökosystem mit Kapital, Hochschultransfer und weniger Regulierung. Wer ein technologieorientiertes Start-up gründen will, findet im Programm viele konkrete Ansätze. Wer klassisch gründet, soll vor allem von schlankeren Strukturen und besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen profitieren – weniger von spezifischen Einzelprogrammen, mehr von einem unternehmerfreundlichen Umfeld insgesamt.
